2026-03-15

Tessék! - ein multifunktionales Wort

Das Wort oder eher Phrase Tessék! wird in mehreren Situationen verwendet, je nach Sprechabsicht.

Diese Situationen sind die folgenden:

✅1.
a) Bei Übergabe:
"Hier, bitteschön!"

Beim Überreichen eines Gegenstands, z.B. ein Geschenk oder den Salzstreuer
Die übliche Reaktion: "Köszönöm."

b) an der offenen Tür den Vortritt lassen
Bedeutung und Reaktion ist wie bei a)

2. 

Anbieten von Essen seitens des Gastgebers

✅3. 

Am Stand auf dem Markt vom Verkäufers / von der Verkäuferin, quasi als Begrüßung und als höfliche Aufforderung zum Wählen von den Waren
= "Bitteschön (wählen Sie)!"

Genauso im Laden, wenn an die Theke geht oder in der Schlange dran ist, heißt es:
"Was darf es sein?"

Oft hört man es beim Anrufen beim Kundendienst oder Rezeption etc.:
"Annabella hotel, tessék!" - Heißt: 
"Was kann ich für Sie tun?"

✅4.

Die Rückfrage „Wie bitte?“

Man reagiert damit, wenn man dich nicht verstanden hat,

❓ - als Normalfall akustisch, 

oder wenn jemanden

- der Inhalt des Gesagten überrascht, oder eben Empörung auslöst bzw. wenn man sich nicht sicher ist, ob er es richtig gehört hat.

Der Unterschied liegt in der Intonation, die im letzteren Fall schärfer, schriller.

✅ 5.  

Einleitung bei Aufforderungen zur Handlung, die dann als besonders höflich klingt;
wird eher zu älteren Leuten gesagt:

Form: Tessék + Infinitivform (Verbstamm + -ni) des Verbs.

"Tessék leülni / bejönni..!" - Setzen Sie sich / kommen Sie bitte rein!
Im ersten Fall entspricht eine Aufforderung des selben Höflichkeitsgrades:
"Foglaljon helyet, legyen szíves!" (Nehmen Sie bitte Platz!)

✅ 6. 

Wenn (vor allem) Kinder sich an Erwachsenen mit Fragen wenden, leiten sie dies damit ein: "Tessék mondani, ... [mikor, mi, milyen.. etc. Fragwörter] ...?"
Sagen Sie bitte, [wann, was, welche...]...?

✅ 7. ❗
Wenn jemand an der Türe klopft, und jemand anderer von drinnen sagt: "Herein!", also 'Kommen Sie / Komm herein!'

AUSSPRACHE👇




Dieses typische Redemittel wurde sogar von der österreichischen, vor allem der Wienerischen Mundart übernommen, jedoch mit einer abweichenden Aussprache.
Man bezeichnen damit eine Art Person, wie unten:
--> Facebook

            


👈Laut diesem Facebook-Post ist es in Wien üblich, mit dem Wort Teschek Menschen zu bezeichnen, die oft von anderen ausgenutzt werden.
Manche Ausländer haben wohl öfters in ihrer Muttersprache zurückgefragt, wenn sie etwas nicht verstanden haben: "Tessék?" 












Laut einer anderen 👉Quelle ist der Deschek (im Wienerischen) auf das ungarische Wort tessék, welches soviel wie bitte bedeutet, zurück zu führen: "Man kann sich einen typischen Deschek also gut als jemanden vorstellen, der ständig anderen nachläuft, sie bedient, nickt und sagt „bitte schön, bitte sehr, bitte gern“."


Eine dritte Quelle:












Noch mehr ungarische Lehnwörter im Österreichischen findest du
 👉HIER:


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